Konzert Gospel meets Jazz

    Cantiamo begeisterte mit  

                                       „Gospel meets Jazz“

     

    Der Sängerhain Grünwettersbach bot den Konzertinteressierten einen weiteren Höhepunkt mit seinem modern ausgerichteten 1995 gegründeten Chor Cantiamo. Die vielseitige Chorleiterin Annedore Hacker, die in Karlsruhe und Würzburg Chor- und Orchesterleitung studierte, verstand es mit ihren ausgezeichneten musikalischen Fähigkeiten, den Chor mit der Jazzband zu vereinen und stellte das Werk „A Funky Praise“ von Christoph Schöpsdau in den Mittelpunkt des Konzertabends.

    Bereits in dem eröffnenden Stevie-Wonder-Klassikers „Isn’t She Lovely“ zeigten die vier jungen Jazzmusiker Peter Mayer (Klavier), Simeon Loth (Gitarre), Ludger Donath (E-Bass) und Hannes Stober (Schlagzeug) ihre dynamischen Improvisationsgaben.

    Fast 50 Sängerinnen und Sänger zählt der Chor Cantiamo, der sich erhöht vor dem Altar und hauptsächlich mit uni-farbiger Kleidung Schwarz, Rot, Orange eindrucksvoll aufstellte. Der Chor begann mit drei Gospels „If You’re Happy“, „I’ve Got Pease Like A River“ und „This Little Light Of Mine“. Mit transparentem Klangbild und sauberer Intonation sorgte “Cantiamo” unter der engagierten und quicklebendigen Leitung von Annedore Hacker, die auch als musikalische Projektleiterin am Kammertheater und am Bad. Staatstheater Karlsruhe engagiert war und als Lehrbeauftragte an der Pädagog. Hochschule und eine Vertretungsprofessur an der Musikhochschule Karlsruhe übernahm.

    Nach diesem eindrucksvollen Konzertauftakt schilderte die Moderatorin Heide Nüssle die erstaunliche Erfolgsgeschichte des Chors Cantiamo und gab den Gästen in der bestens gefüllten evangelischen Kirche Grünwettersbach sehr interessante Erläuterungen zum Programm. Nun folgte von der Jazzband der spritzige Bossa Nova „Road Song“ ehe der Chor mit „Sing Alleluja!“, dem afrikanischen Hochzeitslied „Nginesi Ponono“ und dem Spiritual „He is always close to you“ willkommene Akzente setzte. Mit einem Swing und einem Jazzwalzer leitete die Band zum Highlight über, in dem sich beide Ensembles zu einer Synthese aus Gospel, Funk und Jazz vereinten.

    Aus dem Werk „My Fortress - A Funky Praise“ erklangen drei Psalmvertonungen, die von hohem musikalischen Anspruch der Chorleiterin Annedore Hacker und ihrem beeindruckenden gefühlsbetonten Dirigat bestimmt waren. Der Chor konnte dadurch die wechselnden Nuancen und Rhythmen und den auswendig gesungenen Text mit einer Leichtigkeit zu einer zauberhaften Präsentation werden lassen. Dabei wurde der 1. Teil sehr herausfordernd und bestimmt gesungen, wobei manche Passagen auch schmeichelnd und demütig klangen. Im Teil 2 kam der weiche und zärtliche Part zum Ausdruck (Gott, ich vertraue Dir) während der letzte Teil mit einer leidenschaftlichen Energie, preisend, dann wieder geheimnisvoll, zum Schluss jedoch mit gnadenloser Power präsentiert wurde.

    Diese Psalmvertonungen beendeten unter lang anhaltenem Applaus das vorgesehene Programm ohne aber mehrere Zugaben des Chors erfolgreich gefordert zu haben.

    Das Publikum und der Sängerhain dankte den Mitwirkenden und der evang. Kirche, besonders aber der Chorleiterin Annedore Hacker, die sich mit einer erfolgreichen Rückschau beim Grünwettersbacher Publikum verabschiedete, weil ihre berufliche und private Zukunft in Hamburg sein wird, wo sie eine Professur angenommen hat.

    Dies war ihr letztes und wieder äußerst gelungenes Konzert in Grünwettersbach.

    Chorfestival zum 20-jährigen Bestehen von Cantiamo

    Cantiamo bot ein Festival voller Esprit

    In der gut besetzten evangelischen Kirche Grünwettersbach gestalteten die Sängerhain-Chöre Cantiamo und VocoMotion, der Chor Cantate aus Karlsruhe sowie zwei auserlesene Instrumentalisten unter der Gesamtleitung von Annedore Hacker einen interessanten Konzertabend.

    Mit dem „HAPPY“-Chorfestival präsentierte Cantiamo ein "best of" des Repertoires aus 20-jähriger Chorarbeit und der Blick nach vorn mit neuen Werken.

    Und es begann mit dem Traditional „If you’re happy“, das aus dem dunklen Kirchenraum erklang, in dem sich der Chor zwischen dem Publikum mit elektrischen Teelichtern verteilt hat. Jemand beginnt leise zu singen, ein anderer antwortet und sie bewegen sich langsam nach vorne, um sich um den Altar mit dem Gesamtchor zu vereinen.

    Nach diesem eindrucksvollen Konzertauftakt hieß die Moderatorin Heide Nüßle als Repräsentantin des Sängerhain die Gäste herzlich willkommen und führte mit interessanten Erläuterungen zur Geschichte und Literaturauswahl von Cantiamo durch das Programm.

    Es folgten Gospels und Spirituals, die im Vorfeld durch ehrgeizige Probenarbeit und mit pfiffigen choreografischen Elementen angereichert, mit Esprit vorgetragen wurden. Auch swingt der Chor zu dem südamerikanischen Lied „Agua de beber“ und zu bekannten Spirituals und afrikanischen Liedern wie „This little light of mine“ und „Oh happy day“ (Solo: Susanne Konrad-Nagler) oder das für Louis Armstrong geschriebene „What A Wonderful World“ (Solo: Walter Bandion).

    Annedore Hacker ließ dann durch Olivia Steimel Musik aus der Renaissance auf dem Akkordeon vortragen. Es klang traumhaft.

    Auch die „Tango-Etüde“ aus Argentinien und das für Saxophonsolo komponierte interessante Werk „Kuku“, die von Christoph Heeg kunstvoll präsentiert wurden, erfuhren begeisterten Applaus.

    Der Gastchor Cantate brachte mit vier Liedern über das Hohe Lied der Liebe unter der souveränen Leitung von Annedore Hacker einen hohen sängerischen Anspruch und Feingefühl zum Ausdruck. Die ersten beiden Stücke von Lechner und Franck stammen aus dem 16. Jahrhundert, die beiden weiteren Sätze wurden im 19. Jahrhundert von Bairstow und Grieg komponiert.

    Mit einem Experiment für zwei Stimmen wurden die Konzertbesucher zu einem kreativen akustischen Hörgenuss geführt. Die vereinseigenen Solistinnen Gerlinde Wolf und Veronika Rieger interpretierten – von verschiedenen Standorten gesungen - in sehr eindrucksvoller Weise das Stück „Ear for ear“ von John Cage.

    Der Jugendchor VocoMotion überzeugte mit seinen modernen Popsongs „Let her go“ und „Irgendwas bleibt“. Chorleiter Tobias Thimig hat es vorzüglich verstanden, das jugendliche Temperament in den Vordergrund zu stellen. Dies war mit Sicherheit eine Einladung für das nächste Konzert „Come together“ am 21. November.

    Zum Schluss sangen alle drei Chöre gemeinsam „Happy“ von Pharell Williams, ausgestaltet mit einer ausgeklügelten Choreografie von Sandra Schiebel und „Abendlied“ von Josef Rheinberger, eines der schönsten Werke der geistlichen Chorliteratur.

    Im Namen des Sängerhain dankte Heide Nüßle allen Mitwirken- den, die zum Gelingen des begeistern- den Konzertes mitgewirkt haben. Sie war voll des Lobes für Annedore Hacker, die für die Gesamtleitung dieses Festivals verantwortlich war. Ihr Dank galt Frau Pfarrerin Weisbrod, die es wiederum möglich gemacht hat, in der Kirche mit sehr guter Akustik musizieren zu dürfen. Und den vielen Helfern, die sich um das Café, die Bewirtung, die Ausstellung und die Licht- und Tontechnik gekümmert haben, übermittelte sie ein herzliches Dankeschön.

     


    Cantiamo musizierte in Wien

    Wien ist eine Stadt zum Träumen. Wie kaum eine andere kokettiert sie mit der Vergänglichkeit und lebt noch immer von Glanz und Größe des Habsburger Kaiserreichs. Beim Anblick der pompösen Fassaden und kopfsteingepflasterten Gassen leben die Jahrhunderte wieder auf. Es scheint, als schwinge da eine Melodie aus vergangener Zeit von dem Wunderkind Wolfgang Amadeus Mozart.
    Daneben gibt es aber auch eine Moderne, die ihre beeindruckenden Bauten bis ins Herz der Stadt, dem Stephansplatz, vorgeschoben hat. Wer zum Turm des Stephansdoms hinaufsteigt, erblickt ein Wien, das weit in die Landschaft reicht und immer höher wird.
    Wer könnte das auch besser wissen als das Cantiamo-Mitglied und Bass-Sänger Walter Bandion, der in Wien geboren wurde und einen Teil seiner dort lebenden Verwandtschaft einlud, vom 11. bis 14. Juli 2013 nach Wien zu kommen, um einer der besten Chöre aus der Region Karlsruhe zu erleben.
    Es war eine wunderbare Konzertreise, die sich der Sängerhain-Chor Cantiamo zusammen mit einigen Begleitpersonen vorgenommen hat. Bereits am zweiten Reise-Vormittag stand unter professioneller Führung ein Stadtrundgang auf dem Programm. Kaum eine zweite Metropole der Welt macht es ihren Besuchern so leicht wie Wien: Alles Sehenswerte liegt hier auf engem Raum beisammen und ist bequem zu Fuß zu erreichen.
    Der „Wien-Tourismus“ hat für den Nachmittag eingeladen, vor einer der schönsten und meist besuchten Sehenswürdigkeiten – dem Schloss Schönbrunn – zu musizieren. Es war ein berauschendes Gefühl, dort wo Chöre und Musikgruppen aus aller Welt vor den Freitreppen des Ehrenhofes sich treffen, singen zu dürfen. Dafür hat die Chorleiterin Annedore Hacker natürlich die schönsten und passenden Lieder ausgesucht. Und die Zuhörer waren begeistert. Mit der Überreichung einer Erinnerungs-Urkunde durch die Wiener Projektmanagerin an die Chorvertreterinnen Maria Leue und Marika Pritzl endete das einzigartige Gesangs-Highlight beim Schloss Schönbrunn.
    Jeder hatte dann Gelegenheit, nach eigener Vorstellung die Wiener Sehenswürdigkeiten zu genießen bis dann der erlebnisreiche Tag mit dem Abendessen im ehrenwürdigen Schweizer Haus im Prater zu Ende ging.
    Am letzten Aufenthaltstag nahm man die Gelegenheit wahr, das älteste Konzerthaus der Welt unter sachkundiger Führung zu besichtigen. Natürlich drängte es die Chorleiterin, die beschriebene sagenhafte Akustik zu testen. Sie ließ den Chor Cantiamo das Lied „Im Park“ (von Heinz Kratochwil) anstimmen. Und alle waren außerordentlich beeindruckt, dass der besondere architektonische Baustil das Klangerlebnis möglich machte.
    Der letzte offizielle Auftritt von Cantiamo war dann im Dorotheum, 1707 als schlichte Pfandleihe gegründet, heute das größte Auktionshaus Europas für Kunst, Schmuck und Möbel.
    Der Abschlusstag wurde mit einem zünftigen Abendessen im Heurigen bei der „10er Marie“ und mit witzigen Anekdoten und fröhlichen Liedern besiegelt.
    Die Konzertreise Wien wird als Highlight des Cantiamo in besonders guter Erinnerung bleiben. Denn wie heißt es doch in der von Maria Leue gedichteten Wien-Hymne: „Wien, i will zurück zu dir“.
     

    Cantiamo hinterließ einen starken Eindruck beim Mittsommernachtskonzert

     
    In der sehr gut besetzten Kirche in Grünwettersbach war man gespannt, wie die Chorleiterin Annedore Hacker das von ihr konzipierte Mittsommernachtskonzert präsentieren würde. Sie hatte zum Teil sehr anspruchsvolle Stücke ausgewählt, die vom Chor Cantiamo des Sängerhain größtenteils auswendig und mit Titeln in deutscher, englischer und schwedischer Sprache vorzutragen waren. Mit einer eindrucksvollen musikalischen Bandbreite besang Cantiamo die Schönheit der Natur, des Sommers und die Leichtigkeit des Lebens.
    Das erste Stück „Evening rise“, eine indianische Weise, begann mit dem ausgezeichnet vorgetragenen Solopart von Monika Sauerteig, bevor der Chor, der in sommerlich schwarz-rot-orangefarbener Garderobe erschienen ist, das stimmungsvolle Stück mit verschiedenen Einsätzen weiterführte. Es folgten Chorsätze von Thomas Morley, Robert Sund und das von George D. Weiss für Louis Armstrong komponierte „What a wonderful world“, bei dem Walter Bandion einen hervorragenden Solopart präsentierte.
    Die Proben des Chores haben sich gelohnt – das Publikum war begeistert. Annedore Hacker konnte ihre phantastischen Fähigkeiten als Chorleiterin voll ausspielen. Es war ein Genuss zu beobachten, mit welcher Ausdrucksstärke, Feinfühligkeit und Überzeugungskraft der Chor von ihr geführt wurde.
    Mit in das Programm einbezogen waren Beiträge der jungen Konzertakkordeonistin Olivia Steimel, die mit einer variierten „Gavotte“ und „Das Erwachen der Vögel“, jeweils von Jean-Phillipp Rameau, virtuell geschmeidige Phrasierungen in den Klangnuancen kunstvoll darbot.
    Das Akkordeonstück „Antiodromea“, das aus dem Altgriechischen übersetzt soviel bedeutet wie „die Verwandlung in das Gegenteil“, ließ die Zuhörer staunen, was Olivia Steimel aus ihrem Akkordeon hervorzauberte: Von zartesten Pianotönen bis hin zu extrovergiertem enthusiastischen Zugriff auf das Instrument.
    Zwei afrikanische Gesänge und zwei stilecht vorgetragene Spirituals leiteten zu modernen Chorstücken über: „Sommerregen“, „Im Park“ und „Blue skies“. Der Gospelsong aus den USA „O happy day“ durfte natürlich nicht fehlen.
     Mit ihrer wohltuenden souligen Stimme übernahm die vereinseigene Sopranistin Heide Nüssle den Solopart und hinterließ dabei einen glanzvollen Eindruck.
    Mit einem originellen Satz des Chorklassikers „Kein schöner Land“ und der „Sommerpsalm“ des Schweden Waldemar Ahlen rundete der Chor das erbauende Konzert ab.
    Nach der geforderten Zugabe war dann die optimale Verfassung des Publikums erreicht, mit der man auf dem Kirchvorplatz an einem milden Frühsommerabend bei Vollmond zum Mittsommernachtsfest übergehen konnte.